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Das Lied vom wildgewordenen Pinsel
Lu You ( 1125 - 1210 )

Und tränke ich auch tausend Krüge Wein, sie löschten diesen Brand im Herzen nicht. Den Pinsel her! Mir ist die Welt zu klein. Kreuz und quer mit flammendem Gesicht male ich Zeichen hin, mir kaum bewusst der Riesenkraft, die in mir tobt, geballt wie Wolken, wie ein Sturm in meiner Brust - So treibt zum Werk mich die Naturgewalt. Verkrallt im Kampfe bäumen wutentbrannt sich Drachen auf in blutigwildem Tanz. Gebirge stürzen von Dämonenhand zerschmettert; überdüstert lischt der Glanz des Mondes. Hier im Tuschetrümmerfeld hab ich verjagt den Kummer - endlich frei, die Kehle nicht mehr zugeschnürt. Nichts hält mich jetzt umkrallt. Ich brülle, singe, schrei, zerhämmre mit der Faust mein Bett. Es fällt die Kappe mir vom Kopf. Was kümmert`s mich! Wo find ich nur Papier in dieser Welt, das groß genug für meinen Pinselstrich? Die Halle dort! - He, Pinsel! Nun zerwühl Die Wand! - Hoch! - Höher! Bis ins Dachgestühl.
Die Künstlerin

Karin Zhang
Karin Zhang

Die Künstlerin:
  • 1963 geb. in Wuppertal
  • 1989-1993 Studium Objektdesign an der FH Dortmund
  • 1992 – 2002: Atelierarbeit für künstlerische Plastik, Raum- und Gartengestaltung
  • 1992: Beginn der Chinesischen Kalligrafie und Tuschemalerei / seit 1999 regelmäßig Aufenthalte in China
  • 2003: Gründung der „Long Bao Schule für chinesische Kampfkunst, Kunst und Kultur“.


Philosophie und Malweise:
„Seit 1992 fasziniert mich zutiefst das Zusammenwirken von Tusche und Reispapier. In der speziellen Pinselführung der chinesischen Schriftkunst finde ich die Gesetzmäßig- keiten der Kampfkünste, also des Überlebens wieder. Tusche bietet Schöpfung, Seele, Kraft. Mit ihr arbeite ich daran, die Seele von Tieren darzustellen, die durch die Überpräsenz meiner eigenen Rasse ins Abseits gespielt werden. Die Existenz dieser Lebewesen bedeutet für mich Glück. Auch das Malen bedeutet Glück, denn es bietet mir eine Lösung aus der Ohnmacht des Zuschauens. Meine Landschaften und Pflanzen sind verwoben in Strukturen , denen ich „ohne Hauptperson und Story“, nur auf Grund eben jenes Rhythmus der Strukturen Schönheit und Bedeutung beimesse. In meinem Malstil spiel ich den Chinese Ink Blues, mit dem ich schweigender Banalität zu einer Stimme verhelfe.“

Präsentation der Werke:
Die Präsentation der Werke in Form von traditionellen chinesischen Hängerollen, aufgezogen und in Seidenstoff gefasst und mit Hölzern oben und unten, um das Werk ab- und aufzurollen und als lange Banner an die Wand zu hängen, verfolgt eine spezielle Absicht. Die schlichte Direktheit in der Darstellung der Motive, erfährt damit eine Angliederung an die Schönheit und Hingabe, mit der man in der langen Tradition der chinesischen Kunst Themen der Naturverbundenheit des Menschen bis heute behandelt. Hängerollen sind gleichzeitig ein Zeugnis für die enge Verbundenheit des Werkes zum Schriftstück, also Aufruf zur Kommunikation . Die Beschaffenheitist flüchtig und angreifbar, ohne Schutz von Firniss oder Glas. Die Form fordert zum Wechsel, zur Bewegung auf und verweist auf das Gesetz von Energie und Veränderung.

Technik:
Pinsel, Tusche und chinesische Farben auf Reispapier.