zurück   
Zurück zur Startseite
Qi Gong  
Kalligrafie / Malerei
|
Termine
|
Links
|
Tian Xia -
Deutsch Chinesischer Kunstförderverein
Sprache
|
Wu Shu Bekleidung
|
Kontakt
Zurück zur Startseite

"Wen Fang Si Bao"
oder "Die vier Schätze des Studierzimmers" sind in China ein Begriff für meisterliche Handwerkskunst. Er beinhaltet die wichtigsten Utensilien der asiatischen Malerei und Kalligrafie: den Pinsel, die Tusche, den Reibstein und das Papier.

Die liebevolle Fertigung in Handarbeit ist gelebte Ansicht über die Bedeutung dieser wichtigen Werkzeuge für den Künstler.
Werksimpressionen

Unterrichtsimpressionen

Shu Fa Dao

Die vier Schätze

Die Herstelllung

Tipps
Die Pinsel | Das Papier | Die Tusche | Der Reibstein | Weitere Schätze
Die Farbe wurde ursprünglich nicht zu den "Vier Schätzen des Studierzimmers" gezählt, weil die Literaten, die auch diesen Begriff prägten, bis zum Ende des 19. Jahrhunderts vorzugsweise einfarbige Tuschbilder schufen - das sogenannte "Literaten-Tuschespiel". Die Berufsmaler kannten diese Einschränkung nicht. Literaten, die sich ganz der Malerei widmeten, benutzten in der Regel auch bald die Farbe. Die wichtigsten Farben waren Rotangrot (teng huang), Karmin (zhusha), Indigo (huaqing), Azuritblau, (shiqing), Malachitgrün (shilu), Bleiweiß (qianfen), Umbra (zeshi) und Mineralgelb (shihuang). Aus dieser Farbpalette wurde kaum gemischt. Nur ein Grünton (caolu) aus Indigo und dem Rotangrot (das eher nahe an gelb ist) und ein dunkles Braun (zhemo) aus Umbra und schwarzer Tusche. Diese reduzierte Anzahl von Farben prägte über Jahrhunderte die chinesische Landschaftsmalerei. Das Ideal einer harmonischen Umwelt war das Thema der Betrachtung, nicht die naturalistische Darstellung im westlichen Sinn.

Ein besonderes Farb- und Gestaltungselement ist immer wieder der Stempelaufdruck mit seiner kräftig roten, glückverheißenden Farbe. Der Künstler gibt nicht nur Aufschluß über seine Person. Oft dokumentiert er auch seine innere Verfassung oder seine Wünsche an den Empfänger. Dieser Aufdruck ist ein fester und wichtiger Bestandteil der Komposition, besonders in der Kalligrafie und monochromen Tuschmalerei. Von berufenen Stempelschnitzern werden ein oder mehrere chinesische Schriftzeichen zu einem neuen Signet verarbeitet. Der gesamte Stempel wird aus Stein gearbeitet und oft reichlich verziert mit bedeutungsvollen Fabelwesen oder symbolischen Motiven.

Auch für die meisten Kaiser der chinesischen Geschichte war das Ausüben der Kalligrafie und Malerei von großer Bedeutung. Sie nutzten dafür selbstverständlich nur feinste Utensilien: Wasser- und Pinseltopf, Misch- und Farbschälchen, Pinselablage und sogar ein Vase - dieses Ensemble aus edlem Porzellan wird heute auch Normalsterblichen als die "Sechs Helfer für den Kaiser" angeboten. Damals gab sich der einfache Künstler mit nicht ganz so fein gearbeiteten Kopien davon zufrieden, den "Sechs Helfern für den Literaten".

Pinselablagen und Pinselständer (zum hängenden Trocknen der gereinigten Pinsel) werden traditionell aus Rotholz gefertigt. Diese, in vielen Arbeitsgängen aufwendig polierten und häufig unter einem Thema gestalteten, Utensilien sind oft selber wertvolle Kunstwerke und belegen das Bild vom Geben und Nehmen zwischen Kunsthandwerk und Kunst.

Die Faszination für die chinesischen Künste, die auch in Europa immer mehr Anhänger findet, lebt von dem immer spürbaren Wechselspiel von hell und dunkel, großzügig und fein, schlicht und aufwendig - von Einfachheit und Perfektion.